19. September 2011

Die Sonne ist schon vor Stunden untergegangen – hier direkt am Äquator
ist es meist ab 19h stockfinster. Während die Schüler/innen noch fleißig
in ihren Dormitories lärmen (ja- taube Kinder sind unglaublich laut! 🙂
), bereite ich Englisch- und Matheunterricht vor. Die Schule und der
Unterricht beginnen … langsam.
Der Schulbeginn des 3. Schulterms (5.09.) hat sich um eine Woche
verzögert: landesweit haben sich alle Lehrer/innen zusammengeschlossen
und gestreikt. Die Bezahlung ist schlecht, die Arbeitsbedingungen sind
nicht vertretbar und Gelder, die für Neueinstellungen von der Regierung
in Aussicht gestellt wurden, wurden in das Militär investiert. Diese
Situation brachte die Lehrer/innen gemeinsam auf die Straße, um für ihre
Rechte zu kämpfen. Sie forderten 75 000 zusätzliche Lehrkräfte, um auf
einen Durchschnitt von 1:40 Schüler/innen zu kommen. Nach einer Woche
streikender, singender, tanzender Lehrer/innen auf den Straßen der
größeren Städte, brachliegenden Schulen und unbeschäftigten
Schüler/innen hat die Regierung angesichts näher rückender Final Exams
am Schuljahresende zumindest teilweise eingelenkt – auf die Umsetzung
wird noch gewartet.
Auch hier an der Maseno Deaf School war der Streik spürbar. Die
Schüler/innen kamen nach und nach in der Schule an, die Lehrer/innen
nicht. Mittlerweile sind aber fast alle Klassen und Lehrkräfte
vollzählig. Einige Schüler/innen fehlen noch, was mit hohen
Transportkosten zusammenhängt, die die Familien nicht unbedingt in ein
taubes (behindertes) Kind investieren wollen.
In der kommenden Woche sind somit eigentlich alle Voraussetzungen für
einen Schulalltag gegeben. Es gibt allerdings einige Probleme innerhalb
des Schulpersonals, die einiger Klärung bedürfen. Von daher werde ich
zunächst die einzige sein, die dem Stundenplan gemäß Unterricht durchführt.

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